Die Ungarische Sprache

Geschichte, Dialekte und Einfluss

verbreitung der ungarischen sprache auf karte
Verbreitung der Ungarischen Sprache; Quelle: Wikimedia Commons

Eckdaten

Die ungarische Sprache ist Mitglied der Uralischen Sprachfamilie, sie ist eine der zu den Finno-ugrischen Sprachen geh√∂rigen Ugrischen Sprachen. Ihre n√§chsten Verwandten sind die Manschi und Hanti Sprachen, gefolgt von Udmurt, Komi, Mari und Mordvin. Es gibt auch Anh√§nger der Anschauung, dass die Moldawische Cs√°ng√≥ eine eigenst√§ndige Sprache ist ‚Äď vor allem ihre n√∂rdliche, archaische Variante ‚Äď, so ist diese die mit dem Ungarischen am n√§chsten verwandte Sprache.

Obwohl die ungarische und die internationale Sprachwissenschaft (so auch die Ungarische Akademie der Wissenschaften) die uralische und innerhalb derer die finno-ugrische Herkunft der ungarischen Sprache als bewiesene Tatsache ansieht, viele bestreiten dies, und suchen ihren Standpunkt mit den unterschiedlichsten Theorien zu unterst√ľtzen.

Die meisten Sprecher der ungarischen Sprache leben in Ungarn. Ausserhalb Ungarns wird sie vor allem in den anderen L√§ndern des Karpatenbeckens gesprochen: Rum√§nien (vor allem in Siebenb√ľrgen), Slowakische Republik, Serbien (Vojwodina), Ukraine (K√°rp√°talja), Kroatien, Slowenien und √Ėsterreich.

Die ungarische Sprache ist seit 1836 (kraft des III. Gesetzartikels von 1836) Amtssprache in Ungarn, seit 1844 ist sie (kraft des II. Gesetzartikels von 1844) die ausschlie√üliche Amtssprache des Landes. Sie ist eine der Amtssprachen der Europ√§ischen Union. Ausserdem ist Ungarisch eine der Amtssprachen der Vojwodina, sowie in 3 Gemeinden: Dobronak, Ňźrihodos und Lendva. Die Rechte der Minderheitensprachen wurden zuletzt 2011 geregelt. Die ungarische Zeichensprache wurde 2009 amtlich anerkannt. Sie ist Nummer 62 auf der Weltrangliste nach Anzahl der Sprecher.

In Europa ist das Ungarische die 14. meistgesprochene Sprache, sowie die meistgesprochene Sprache nicht-indoeuropäischer Abstammung.

Ungarisch ist eine agglutinierende Sprache, das hei√üt die grammatische Funktion wird durch das Anf√ľgen von Affixen kenntlich gemacht. Das Schriftsystem des Ungarischen ist eine Erweiterung des lateinischen Alphabets.

Anzahl der Sprecher

Die Anzahl ungarischer Muttersprachler d√ľrfte weltweit 15 Millionen sein. In der Europ√§ischen Union leben beinahe 13 Millionen ungarische Muttersprachler, davon 12,5 Millionen im Karpatenbecken. In den anderen europ√§ischen L√§ndern und Israel sind es 500 Tausend, ausserhalb von Europa sind es sch√§tzungsweise 2 Millionen, davon 1,8 Millionen am amerikanischen Kontinent (USA: 1,4 Millionen, Kanada: 315.000, S√ľdamerika: 100-120.000, Australien und Ozeanien: 65-70.000, Asien: ca. 30.000, Afrika: 10-30.000; davon benutzen aber nicht alle die ungarische Sprache in ihrem Zuhause). Weitere 2 Millionen Menschen sprechen Ungarisch als Zweitsprache, vor allem in den L√§ndern des Karpatenbeckens.

Die Anzahl der Ungarisch sprechenden Bewohner Ungarns war 1970 10,3 Millionen, 1980 waren es 10,64 Millionen; außerhalb des Landes waren 1970 5,9 Millionen, in 1980 6,07 Millionen; weltweit waren es 1970 16,2 Millionen und 1980 16,71 Millionen.

Einordung

Nach der derzeit vorherrschenden Auffassung geh√∂rt die ungarische Sprache in die uralische Sprachfamilie, innerhalb derer zu den finno-ugrischen Sprachen. Die √Ąhnlichkeit zwischen den ugrischen und den finnisch-permischen Sprachen hat man bereits 1717 entdeckt, aber die genaue Klassifizierung des Ungarischen hat noch im 18. und 19. Jahrhundert Grund zu Debatten geliefert, im wesentlichen aus politischen Gr√ľnden: bei Anh√§ngern der finno-ugrischen Herkunftsthese war die ur-europ√§ische Zugeh√∂rigkeit, bei den Bef√ľrworter der altajschen Herkunftstheorie war die Verwandtschaft mit den gro√üen √∂stlichen Kulturv√∂lkern die Motivation. Heute ist die uralische Sprachfamilie eine der am besten erfassten und belegten Sprachfamilien, nebst der indoeurop√§ischen und der austronesischen.

Neben √Ąhnlichkeiten des grammatischen Systems sind zahlreiche systematische Lautentsprechungen im Grundwortschatz des Ungarischen und der sonstigen Ugrischen Sprachen zu entdecken. Beispielsweise entspricht das ungarische /a:/ in vielen F√§llen dem hantischen /o/; das ungarische /h/ entspricht dem hantischen /x/ und das ungarische /z/ an Wortenden entspricht dem hantischen /t/. Dies wird von mehreren Beispielen untermauert, wie die Wortpaare h√°z und xot [Haus] sowie sz√°z und sot [hundert]. Die Distanz zwischen dem ugrischen und den finnisch-permischen Sprachen ist deutlich gr√∂√üer, aber die Entsprechungen sind auch regelm√§√üig.

In Bezug auf die Herkunft der ungarischen Sprache gibt es weitere alternative Vorstellungen, diese sind aber aus linguistischer Sicht keine wissenschaftlich fundierte Theorien (siehe: alternative Sprach-Vergleich).

Sprachgeschichte

I. Urungarische Epoche

Laut Forschungen der Finnougristik d√ľrfte sich das Ungarische von seinem n√§chsten Verwandten vor etwa 3000 Jahren getrennt haben, so begann die Geschichte der Sprache Anfang des 11-10. vorchristlichen Jahrhundert. Die Zeit zwischen dem 1. Jahrtausend vor Christi bis zum 1. Jahrtausend ist die Urungarische Epoche.

Es wird angenommen, dass sich die Lebensart der Ungarn nach und nach ver√§ndert hat, und aus angesessenen J√§gern nomade Viehz√ľchter geworden sind, m√∂glicherweise durch Kontakte zu iranischen V√∂lkern mit √§hnlicher Lebensweise. Ihre wichtigsten Tiere d√ľrften Pferde, Schafe und Rinder gewesen sein.

Schriftliche √úberbleibsel aus dieser anf√§nglichen Epoche sind nicht erhalten geblieben, jedoch haben die Forschungen einige gleichaltrige Leihw√∂rter aus dem T√ľrkischen und dem Permischen festgestellt. Manche meinen die -ni Endung des Infinitivs ist permischer Abstammung (-n√ľ), obwohl dieses im T√ľrkischen -mek und -mak und in der Csuvas Sprache -me und -ma ist, je nach Vokalharmonie.

II. Altungarische Epoche

Der Einzug des ungarischen Volkes in den Karpatenbecken wurde 895 zu Ende gef√ľhrt, damit f√§ngt die Altungarische Epoche an. Die Ungarn sind mit slawischen V√∂lker in Kontakt gekommen, was mit der √úbernahme zahlreicher slawischer W√∂rter einherging, z.B. m√°k [Mohn] oder kar√°csony [Weihnachten]. Die Einflussnahme war gegenseitig: das kroatische ńćizma ist ungarischer Herkunft (csizma, zu Deutsch: Stiefel), bzw. das serbische aŇ°ov (aus dem ungarischen √°s√≥, zu Deutsch: Spaten).

Die ersten Erinnerungsmale der Sprache (vor allem Personen- und Ortsnamen) stamen aus dem 10. Jahrhundert. Nach Ansicht von G√°bor V√©kony waren die V√∂lker der Landnahme von 895-896 bereits schriftkundig, was die Etymologie der W√∂rter betŇĪ und √≠r√°s [Buchstabe und Schrift], bzw. die Existenz der Szekler-Ungarischen Runenschrift unterst√ľtzt.

Im Ungarischen Königreich das im Jahr 1000 entstand, spielte die lateinische Sprache eine bedeutende Rolle; sie beeinflusste auch die ungarische Sprache beachtlich, vor allem in Bezug auf den Wortschatz des Christentums und des Bildungswesens.

Der √§lteste bekannte Text des Ungarischen ist die Grabrede [Halotti besz√©d], welche in den 1190-er Jahre entstand. Jedoch nehmen die Literaturwissenschaftler an, dass eine ungarisch-sprachige Literatur schon fr√ľher existierte. Das √§lteste Beispiel der ungarischen Dichtung ist die Altungarische Marieklage [√ďmagyar M√°ria-siralom]. Bedeutendere Sch√∂pfungen unserer Literatur sind aus dem 14. und sp√§teren Jahrhunderten erhalten geblieben, wie die erste ungarische Bibel-√úbersetzung, die Hussitenbibel aus den 1430-ern.

Aus den sprachlichen Ver√§nderungen der Epoche ist das Verschwinden der Diphtonge hervorzuheben und dass sich viele Postpositionen in Appendizes umgewandelt haben, z.B. re√° (1055: utu re√°, sp√§ter: √ļtra [auf die Stra√üe]) Das Abwetzen der Vokale am Ende der St√§mme und das Erscheinen der Vokalharmonie l√§sst sich auch in diese Zeit eingliedern. Das System der Zeitformen war umfassender, vor allem viele Hilfsverben waren gebr√§uchlich.

III. Mittelungarische Epoche

Humanismus und Reformation haben mit ihrem Streben nach Muttersprachlichkeit viel f√ľr die Vereinheitlichung der ungarischen Sprache getan. Unter der T√ľrkenherrschaft sind viele Lehnw√∂rter entstanden. Die Entfaltung des Buchdrucks und der Schulsysteme haben stark zur Entwicklung der Sprache beigetragen, z.B. haben Studenten von ihren Auslandsstudien B√ľcher mitgenommen die in die Bibliothek der Universit√§t Debrecen aufgenommen worden sind. Das erste vollst√§ndig ungarische Buch erschien 1533 in Krakau von Benedek Komj√°ti, sein Titel Az zenth Paal leueley magyar nyeluen [Die Briefe des Heiligen Paulus auf ungarischer Sprache]. Das Ungarische des 17. Jahrhunderts √§hnelt schon sehr stark an seine heutige Form, jedoch fehlte die literarische Sprache, so hat jede Schriftsteller seine eigene Mundart in seinen Werken benutzt. Das Pr√§teritum bestand und blieb weiterhin erhalten (besz√©le [sprach]), spielte aber eine immer geringere Rolle und konnte immer weniger von der einfachen Vergangenheitsform (besz√©lt [hat gesprochen]) unterschieden werden; im 19. Jahrhundert verwendete man sie nur noch der Gewandtheit halber.

IV. Neu-ungarische Epoche

Im 18. Jahrhundert sah sich die ungarische Aufkl√§rung zur Erkenntnis gezwungen, dass die Muttersprache ungeeignet f√ľr das Vortragen wissenschaftlicher Dissertationen ohne Lateinismen ist und der Wortschatz der literarischen Anspr√ľchen nicht gewachsen ist. Folglich initiierte eine Gruppe von Schriftstellern, und ganz besonders Ferenc Kazinczy die Erweiterung, Erneuerung des ungarischen Wortschatzes. Sie k√ľrzten W√∂rter ab (gyŇĎzedelem > gyŇĎzelem [Sieg]), verbreiteten viele dialektischen W√∂rter am gesamten Sprachgebiet (z.B. cselleng [umherstreifen, rumlungern]), liessen ausgestorbene W√∂rter wiederauferstehen (z.B. d√≠sz [Zierde, Aufputz]), und bildeten nat√ľrlich viele W√∂rter mithilfe von Suffixen. Die Sprachreform des 19. Jahrhunderts erweiterte den Wortschatz um mehrere zehntausend neue W√∂rter, und war auch im weltweiten Vergleich hervorragend erfolgreich.

Ungarisch ist seit 1836 offizielle Sprache in Ungarn, sie √ľbernahm die Rolle des Lateinischen stufenweise, und ist seit 1844 die ausschlie√üliche Amtssprache; in bestimmten F√§llen ist aber auch die Verwendung der Minderheitensprachen erlaubt.

Das 19. und das 20. Jahrhundert brachten die weitere Vereinheitlichung der Sprache und die Abnahme der ohnehin nicht sehr bedeutenden Unterschiede zwischen Dialekten.

Ungarische Dialekte

Die Differenzen zwischen ungarischen Dialekten erscheinen vorwiegend im Lautbestand, zum geringeren Teil unterscheiden sie sich im Wortschatz, und am geringsten in der Grammatik.

Typisches Beispiel f√ľr den Lautbestand ist die starke Lautverschiebung vom e zum √∂ (z.B. szem - sz√∂m), und f√ľr den Wortschatz, dass der nach dem Wegschmelzen des Fettes √ľbrig bleibende tepertŇĎ, t√∂p√∂rtyŇĪ, anderswo cs√∂rge, p√∂rc, p√∂rke ist. Als Beispiel f√ľr die marginale Abweichungen der Grammatik ist die regionale Abweichung in der Verwendung von Verkleinerungssuffixen: ruhika /ruh√°cska/ (S√°rk√∂z), kendŇĎcse /kendŇĎcske/ (Komitat Tolna), kicsink√≥ /kicsike/ (Siebenb√ľrgen).

Der westliche Dialekt ist am Gebiet der Komitate GyŇĎr-Moson-Sopron, Vas, Zala und teilweise Veszpr√©m gebr√§uchlich mit Ausnahme der Kleinen Sch√ľttinsel (Szigetk√∂z). Seine kleineren Einheiten sind die Sprachvarianten des R√°bak√∂z‘, des Burgenlands, des Ňźrs√©gs, des G√∂csejs und des Het√©s‘. Der Dialekt unterscheidet zwischen dem geschlossenen √ę und des offenen e, letztere ist jedoch noch offener als anderswo. Das lange √ļ und ŇĪ sind von geringer Betonung. Der Dialekt macht leicht auf √∂, die Form s√∂p√∂r, v√∂d√∂r sind gebr√§uchlich statt der im Osten gebr√§uchlichen Form seper und veder. Anstelle des gemeinsprachlichen √≥, ŇĎ und √© sind √∂ffnende Diphthonge: vuot, juosz√°g, √ľd√ľŇĎ, ki√ęt, ki√ęz /anstelle von volt, j√≥sz√°g, √ľd√ľlŇĎ, k√©t, k√©z/. Die Palatalisierung des n ist verbreitet: csiny√°l, szappany /statt csin√°l und szappan/. Statt dem a Laut der Silbe nach dem √° Laut steht h√§ufig ein o: sz√°roz, h√°zos /statt sz√°raz, h√°zas/. Regelm√§√üig fehlen Konsonanten in diesem Dialekt: koacs /kov√°cs/. Mehrere Adverbialsuffixe schlie√üen sich nicht an: borrel, bottel, embern√°l /statt borral, bottal, embern√©l/, in G√∂csej kommt das Weglassen des Stammend-Lautes vor: kin√°to /k√≠n√°lta/.

Die transdanubische Mundart erstreckt sich zwischen dem westlichen Mundartsgebiet und der Nord-S√ľd Strecke der Donau. Der gr√∂√üte Unterschied zum westlichen ist, dass hier die Diphthonge fehlen. Ihre nord-westlichen und s√ľdlichen Varianten ersetzen die ly-s mit l /fol√≥, gol√≥ statt foly√≥, goly√≥/. Der bestimmte Artikel ist in Mattesland und in der Gro√üen Sch√ľttinsel seltener als in Transdanubien, in der Kleinen Sch√ľttinsel, und n√∂rdlich der Donau ist er einf√∂rmig: a ablak /statt az ablak/.

Einfluß des Ungarischen auf andere Sprachen

Ungarische Lehnwörter beträchtlicher Anzahl gibt es in den folgenden Sprachen: Kroatisch, Deutsch, Donau-Schwäbisch, die Mundarten Karpaten-Zigeunerisch und Olah-Zigeunerisch der Zigeunerischen Sprache, Rumänisch, Russinisch, bestimmte Mundarten des Serbischen, Slowakisch.

Die kroatische Sprache hat zum Beispiel folgende Wörter aus dem Ungarischen entnommen:

cipela (cipŇĎ - Schuh)

lopov (lop - Dieb)

ńćizma (csizma - Stiefel)

lopta (labda - Ball)

gańáe (gatya - Unterhose)

puŇ°ka (puska - Gewehr)

kamata (kamat - Zins)

soba (szoba - Zimmer)

karika (karika - Kreis)

Ň°ator (s√°tor - Zelt)

kip (kép - Bild)

Ň°ogor (s√≥gor - Schwager)

końćija (kocsi - Kutsche, Wagen)

teret (teher - Last, Gewicht)

Und dann noch das Serbische: —ü–į–ļ [dŇĺak] (Sack). Hier l√§sst sich au√üerdem das in K√ľnstlerkreisen gebr√§uchliche remek-djelo (zu Ungarisch remekmŇĪ ‚Äď zu Deutsch Meisterwerk) einordnen.

Der folgende Beispielsatz beinhaltet 9 ungarische (und 4 deutsche) Lehnw√∂rter; ҆ogor ist mit ungarischer Vermittlung (s√≥gor) aber aus dem Deutschen(Schwager) gekommen.

¬ĽŇ†ogor je obukao bundu, uzeo aŇ°ov i sablju pa izaŇ°ao pred gazdu u końćiji.

A sógor felvette a bundát, ásót és szablyát vett magához, majd kocsival a gazdához utazott.

Der Schwager zog den Pelzmantel an, nahm Schaufel und Säbel zu sich und fuhr dann mit dem Wagen zum Wirt.

҆ogorica je dotle u sobi kuhala gulaŇ° i pekla palańćinke, kako bi Ň°to bolje ugostila njegove pajdaŇ°e¬ę.

A s√≥gornŇĎ idŇĎk√∂zben a szob√°ban guly√°st fŇĎz√∂tt √©s palacsint√°t s√ľt√∂tt, hogy a s√≥gor pajt√°sainak lehetŇĎleg j√≥ dolguk legyen.

Die Schwägerin kochte mitunter im Freien Gulaschsuppe und backte Palatschinken (Eierkuchen), damit die Kameraden des Schwagers es möglichst gut haben.

Im Kroatischen haben die meisten W√∂rter mehrere Entsprechungen fremder Herkunft, doch in Slawonien ist diese Redensart typisch. Viele, heute als typisch kroatisch geltende Ausdr√ľcke sind Spiegel√ľbersetzungen ungarischer Herkunft. Beispiele daf√ľr sind: 'povjerenstvo (Komitee), brzojav (Telegramm), prethodnica (Vorhut), kolodvor (Bahnhof), ńćasnik (Offizier). Die Gestaltung des Wortes Ňĺeljeznica (Bahn) kann auch aus dem Deutschen abgeleitet werden. In Kroatien beinhalten die Namen einzelner Siedlungen das ungarische Wort v√°r, so z.B. Vukovar, VaraŇĺdin oder Bjelovar.

Gedanken √ľber die ungarische Sprache

Ich bin immer wieder zum Toldi zur√ľckgekehrt. Da vermochte ich das Waldrauschen unserer Sprache zu h√∂ren. Nachdem mich der Abschnitt mit den Goldschakalen durchschauderte, und ich in der Treue von Bence meinen Vater wiedererkannt habe, nachdem ich meine Armmuskulatur mit der von Mikl√≥s gemessen habe, hat er mich zum zehnten Mal damit in den Bann gezogen, was anstelle der befriedigten Abenteuerlust fehlte: er brachte mir Sprechen bei. Ich sp√ľrte die schmerzhafte Versuchung des Unm√∂glichen: das ganze Wort f√ľr Wort aufzuschl√ľrfen, und auch das letzte Eigenschaftswort in den leeren Kammern zu speichern.

Schriftsteller Andr√°s S√ľtŇĎ: La√üt die W√∂rter zu mir kommen

Jacob Grimm empfahl das Lernen der ungarischen Sprache f√ľr alle, die vorhaben, leichte Sprachen zu lernen, weil „Die ungarische Sprache ist logisch, vollkommen, ihr Aufbau √ľbertrifft jede andere.“

George Bernard Shaw sagte in einem Interview, dass er nach jahrelangem Studieren des Ungarischen den Eindruck hatte, sein Lebenswerk w√§re wertvoller gewesen, w√§re dies seine Muttersprache gewesen. Auf dieser merkw√ľrdigen, von Urgewalt strotzenden Sprache ist es leicht, feine Unterschiede und die geheime Regungen der Gef√ľhle auszudr√ľcken.

Ein gewisser Wiener Sprachforscher N. Ebersberg soll gesagt haben, dass die Struktur des Ungarischen sei als w√§re sie von Sprachprofessoren entworfen worden. Sie beinhalte alles: Regelm√§√üigkeit, B√ľndigkeit, Klarheit und Harmonie.

Der schwedische Arzt und Fach√ľbersetzer Ove Berglund meinte, die ungarische Sprache sei das Meisterwerk der menschlichen Logik und Kreativit√§t.

Quellen:

'Magyar nyelv' auf der ungarisch-sprachigen Wikipedia

Lingvopedia der Europ√§ischen Kommission: √úbersicht √ľber das Ungarische

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